Heute habe ich einen netten Artikel zum Thema Sicherheit beim Mototorradfahren, im speziellen zum Thema Schutzbekleidung beim Motorradfahren gefunden. Ich habe den Text fast 1:1 übernommen, da eigentlich nichts hinzuzufügen ist. Leider ist der Autor nicht bekannt. Der gesamte Text stammt ursprünglich aus dem Ninja ZX Forum. Dieser Bericht ist zwar schon fast 5 Jahre alt, hat aber meiner Meinung nach nicht an Relevanz verloren. Wenn es nur einen uneinsichtigen Motorradfahrer geben sollte, den dieser Bericht beeindruckt, dann es sich gelohnt …
“Motorradfahren ohne Stiefel könnte dir zerschundene oder gequetschte Füße bescheren, oder es könnte sogar im Extremfall zu einer Amputation führen. Es könnte sein, daß du nie mehr gehen kannst, ohne zu hinken. Du könntest für den Rest deines Lebens mit Gewichts- und Fitnessproblemen zu kämpfen haben. Aber es wird dich wahrscheinlich nicht umbringen.
Motorradfahren ohne Handschuhe und es kommt zum Sturz. Es könnte dir eine zerschundene oder beschädigte Hand bescheren, es könnte dich die Hand selbst kosten oder schwere, quälende Schmerzen bescheren, wenn ein Körperteil, der reich an Nervenenden ist, zerfleischt wird. Oder du könntest einen Finger verlieren oder zwei. Oder es könnte dich die Fähigkeit kosten, mit deinen Kindern Ball zu spielen, die sanfte Rundung der Brust einer Frau richtig zu fühlen, oder ein Bier zu halten. Aber es wird dich wahrscheinlich nicht umbringen.
Motorradfahren ohne wenigstens eine armierte Jacke und Lederhose oder eine Lederkombi, einen Aerostich oder einfach eine Lederjacke anzuhaben. Nur mit Jeans um zu stürzen, könnte dir ernsthafte Abschürfungen von der Straße bescheren. Kann sein, dass du dir eine Brustwarze wegschleifst, kann sein, dass Straßensplitt irgendwo im Ellbogen eingeschlossen zurückbleibt. Kann sein, dass dein ganzer Rücken aufgeschunden ist. Kann sein, dass du dir die Kniescheibe wegradierst oder dass du – wie einer meiner Freunde – auf Deiner Wade eine Narbe hast, die an die Form von Australien erinnert. Du könntest Dein Leben lang Narben tragen und Dich nicht mehr am Strand mit bloßem Oberkörper zeigen wollen, ohne Dich unsicher zu fühlen. Es könnte Dir so gehen wie dem Typen, den Kevin Spacey in “Das Glücksprinzip (Originaltitel: Pay It Forward)” spielt, und Du müsstest Dich jedes mal überwinden in diesem unguten Augenblick, wenn Du Deine Kleidung vor einem neuem Lover ausziehst. Aber es wird Dich wahrscheinlich nicht umbringen.
Motorradfahren ohne einen Rückenprotektor und dann stürzen, wird in so gut wie allen Fällen ohne Konsequenzen bleiben. Allerdings gibt es da draußen so viel Unwägbares – Randsteine, Stoßfänger, Säulen, Leitschienen, alles mögliche Zeugs auf der Straße. Jedes einzelne davon kann diesen gänzlich unwahrscheinlichen Zufallstreffer darstellen, der Dir die Wirbelsäule in gerade der falschen Weise trifft und Dich für den Rest Deines Lebens in den Rollstuhl befördert. Oder vielleicht hast Du nur diesen andauernden Ischias-Schmerz in einem Bein. Oder Du kannst Deine Beine nicht bewegen. Oder Du brauchst Windeln, wenn Du pieseln musst, und/oder musst den Beutel vom künstlichen Darmausgang aus der Hose ziehen, um Deine Exkremente in die Toilette zu entleeren, wie ein Typ, den ich kenne. Oder Du kannst Dich unterhalb des Brustkastens nicht bewegen. Oder vom Hals abwärts. Bist Du gut beim Arbeiten mit Joysticks mit dem Mund ? Oder vielleicht brauchst Du ein Atemgerät ? Oder Hilfe rund um die Uhr ? Keine Frage, es gibt ihn, den Aufprall, bei dem es sonnenklar ist, dass Du permanente Verletzungen davontragen wirst, auch wenn Du den besten Rückenprotektor der Welt verwendest. Aber gleichermaßen gibt es Crashs mit darauf folgendem Aufprall, bei denen auch nur mittelmässige Rückenprotektoren den kleinen Unterschied ausmachen – die, mit denen Du aufstehst. Zwar tut Dir jedes einzelne Bein weh, aber Du *gehst*.
Möchtest Du wirklich, dass es Dein letztes Mal auf Deinen zwei Beinen war, nachdem Du aus dem Laden mit einer Packung Zigaretten gekommen und dann auf Dein Motorrad gestiegen bist ? Diese 5 kostbaren Schritte von Ausgang hinüber zum Bike. Jene 5 Schritte, die Du Dein Leben lang nicht vergessen wirst, weil Du beim nächsten Mal,nicht mehr auf dem Bike gesessen bist, sondern auf die Bahre geschnallt warst und an die Decke des Rettungswagens gestarrt hast. Tränen rinnen über Dein Gesicht, weil Du nichts mehr spüren kannst, und Du bist nahe daran, Dich zu übergeben wegen des Gestanks Deiner … weil Du Deine Eingeweide nicht unter Kontrolle hast. Motorradfahren ohne einen Rückenprotektor und zu stürzen kann überhaupt keine Konsequenzen haben, oder es kann alle Konsequenzen dieser Welt haben. Es mag sein, es bringt Dich nicht um, aber es könnte es Dich wünschen lassen, es hätte Dich umgebracht.
Und schließlich – Sturzhelme. Motorradfahren ohne Helm und dann Stürzen mag keinerlei Konsequenzen haben. Mag sein, Du berührst den festen Boden mit Deiner Birne nie. Oder Du gibst Dir ein Facelift mit Hilfe des Asphalts. Du bekommst vielleicht nur eine Gehirnerschütterung und hast den ganzen nächsten Tag Schädelweh. Kann aber auch sein, dass Du eine ernsthafte Gehirnerschütterung davon trägst, die Dich in die Klinik bringt, wo Du endlos durch Computertomographie und Magnetresonanz gehst und dann für den Rest Deiner Tage mit Migräne geplagt bist. Deine Augenhöhle kann gebrochen sein und Du verlierst Deine Sehkraft. Du kannst einen Schädelbruch davontragen, dabei voll funktionsfähig bleiben, aber eine schreckliche Narbe wie Frankenstein und eine Metallplatte behalten, die Dir einerseits an kalten Tagen stark zusetzt, andererseits jedes mal die Metalldetektoren auf den Flughäfen anschlagen lässt. Du kannst eine innere Verletzung im Schädel haben, von der Du Stunden oder Tage oder Wochen oder Monate lang nicht aufwachen wirst – während immer Deine Mutter, Dein Vater, Deine Schwester, Dein Bruder, Deine Kinder, Arbeitskollegen, und / oder Bikerfreunde Dich besuchen kommen. Sie machen aus einem beklemmenden Spitalsraum einen seltsamen Dschungel aus Blumen, die Du vielleicht nie riechen kannst und gut gemeinten “Gute Besserung”-Karten, die Du vielleicht nie wirst sehen können. Klar, es kann auch sein, dass Du wieder ganz normal aufwachst, wenn man von dem Loch absieht, das in Deine Schädeldecke gebohrt werden musste, damit der Druck abgelassen werden kann. Oder, Du könntest so eigenartig benommen aufwachen, ohne richtig zu wissen, wer all diese Leute rundum sind. Oder Du könntest aufwachen und müsstest alles, was Du in Deinem Leben bisher gelernt hast, neuerlich lernen. Möglicherweise mit dem Erfolg, wieder ganz normal oder vielleicht sogar besser – wie Harrison Ford in “In Sachen Henry (Originaltitel: Regarding Henry)” – zu werden. Oder Du könntest als Mann/Frau-Kind erwachen, sabbernd und lachend wenn Du Bausteine aufeinander schichtest. In Sweatpants und mit einem T-Shirt, das von Deiner Mutter, Vater, Schwester, Bruder, Kinder, Arbeitskollegen, Bikerfreunden unterschrieben wurde, was Du aber nie wirst lesen können. Oder Du könntest eine offene Schädelverletzung haben, von der Du Dich nie wieder erholen wirst. Der Rest Deines Lebens – sei es ein Tag, eine Woche, ein Monat, ein Jahr – wird aus künstlicher Ernährung, der endlosen Geräuschkulisse des Herztätigkeitsmonitors und des Atemgerätes, dem Tropf-Tropf der intravenös verabreichten Flüssigkeiten, dem Katheter im (hm, so genau wollen wir es gar nicht wissen) und den Ernährungsschläuchen bestehen. Natürlich wirst Du das alles nicht so mitkriegen, denn Du wirst in einem Traumland sein, das niemand so richtig kennt. Dein Körper wird dahinvegetieren und verkümmern. Irgendwann wird die Hülle, die Du einmal gewesen bist, aufgeben und Deine Liebsten werden die beschissenste Entscheidung ihres Lebens treffen müssen. Oder aber, Du stirbst auf der Strasse, Deine Gehirnmasse ist gemischt mit Blut und Rückenmarksflüssigkeit. Vielleicht ist es Deine letzte Fahrt – mit 30 km/h vor Deinem Haus, wenn ein ungeduldiger junger Verkehrsteilnehmer eine Stopschild ignoriert. Oder es passiert auf der Autobahn, wo ein Schlagloch Felge und Reifen demoliert und Du in der Leitschiene landest. Oder Du zelebrierst einen Wheelie bei 160 km/h, der ungeplant endet. Egal wie es passiert, es wird kaum mehr als einen Bericht von 10 Sekunden Dauer geben, je nachdem, wo Du lebst. Möglicherweise einen kleinen Absatz auf Seite 32B des lokalen Blättchens. Motorradfahren ohne Helm kann keinerlei Auswirkung haben – oder es kann den Unterschied bedeuten zwischen weiterzumachen wie bisher oder das Leben genommen zu bekommen, so als ob der Lebensschalter auf AUS geklickt wurde.
Ich kann leben ohne Zehen oder mit einem verstümmelten Fuß – aber ich entscheide mich, das zu verhindern zu versuchen. Ich kann leben mit einer Hand, die aussieht wie die eines Brandverletzten und möglicherweise auch mit der linken Hand wieder schreiben lernen – aber ich entscheide mich, das zu verhindern zu versuchen. Ich kann mit einer Narbe auf meiner Wade leben, die die Gestalt von Australien hat – aber ich versuche, es zu verhindern. Ich kann leben mit Straßenabschürfungen auf meinem Körper und meinen Armen – aber ich versuche, das zu verhindern. Ich könnte wohl auch im Rollstuhl leben und mich durch jeden Tag quälen – aber ich entscheide mich, das zu verhindern zu versuchen.
Als Mann/Frau-Kind könnte ich nicht leben. Mit Bausteinen habe ich bereits ausreichend gespielt. Sabbern tue ich nur im Schlaf.
Wir alle treffen unsere Entscheidungen. Schutzkleidung kann Dich nicht immer retten. Alles, auch das beste Leder, Denim, Cordura, Kevlar, Fiberglass und Plastic hilft nichts wenn das Schicksal Dir das unbewegliche Objekt oder die unwiderstehliche Kraft in den Weg stellt. Aber: Ich versuche, die Karten zu meinen Gunsten zu mischen. Sollte alles nutzlos gewesen sein, und die Karten in meinem Ärmel ungenügend gewesen sein gegen den Royal Flush des Schicksals: so sei es. Aber ich habe es wenigstens versucht… “
(26.01.2005 Autor : unbekannt Quelle : Ninja ZX Forum …)
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Hallo!Meine Ledekombi mit allen Protektoren rettete mir 2002 nicht nur meine Haut bei einem unverschuldeten Crash meiner CB 750 in einen PKW Seitenknall.
Ein Unter – und Oberschenkelbruch konnte jedoch nicht verhindert werden; lediglich waren es glatte Durchbrüche – Glück gehabt bei ca tempo 40 ungebremst mit 10 Meter Überschlag UND 30 Meter Rutschpartie.
Der fFahrer hatte einen Beckenbruch -die 750 er war 30 cm kürzer.
Ich fahre immer noch intensiv, kann aber wie in den nun heissen Juli 2010 Tagen nicht verstehen, wie selbst angefangen beim 50 er Roller bis zur ZX gilde viel kurze Hose und T- Shirt getragen wird -der Helm ist allerdings immer drauf.
Kostet ja auch ..vielleicht sllte KEINE Schutzkleidung auch kosten??
Bikergrüsse aus Stuttgart